Regulierte Nekrose - Caspase-unabhängiger nekrotischer Zelltod

"Nekrose ist ein regulierter Zelltod!"

Dieser Paradigmenwechesel schafft ungeahnte Forschungsansätze, die derzeit weltweit mit enormer wissenschaftlicher Dynamik bearbeitet werden. Im Bildausschnitt ist zu sehen, dass im Rahmen eines Ischämie/Reperfusionsschadens eine programmierte Nekrose von Tubuluszellen stattfindet. Schon jetzt sind in Abhängigkeit von jeweiligen Schlüsselmolekülen verschiedene Signalwege der programmierten Nekrose beschrieben. Wohingegen in der Niere vornehmlich RIP3-abhängige Nekroptose und Cyclophilin D-vermittelte regulierte Nekrose ablaufen, wird in anderen Modellen eine Abhängigkeit von PARP-vermittelter regulierter Nekrose beschrieben. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, diese Signalwege in Modellen des akuten Nierenversagens besser zu charakterisieren um sie in der Folge, möglicherweise durch TAT-Proteine, zu blockieren.

Signalwege der Regulierten Nekrose

In Nierentubuluszellen wurden mehrere Signalwege der Regulierten Nekrose beschrieben; RIP1/RIP3-abhängige Nekroptose ist dabei nur einer von drei Signalwegen. Auch für mitochondriale Signalwege, bei welchen die Integrität der mitochondrialen Membranen gestört wird und es zu einem dauerhaften Kollaps des mitochondrialen Membranpotentials kommt, werden heute als Regulierte Nekrose gewertet. Hauptverantwortlich hierfür scheint das Protein Cyclophilin D zu sein. Auch eine sog. Hyperaktivität des nukleären Proteins PARP-1 kann zur Regulierten Nekrose führen. Aus Linkermann et al., NDT 2012.